Rechtsanwalt
Thomas M. R. Disqué
Fachanwalt für Steuerrecht


Abgeltungsteuer.org

Das Portal zur Abgeltungsteuer

Im Rahmen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 wurde die Einführung einer Abgeltungsteuer beginnend ab dem Jahr 2009 gesetzlich beschlossen. Die Steuer wird auf Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG) sowie auf Einkünfte aus privaten Veräußerungsgewinnen (§ 23 EStG) erhoben. Der Abgeltungsteuer unterliegen Zinsen, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds und aus Zertifikaten. Der Abgeltungsteuersatz beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und - bei Kirchenangehörigen - der Kirchensteuer. Die Abgeltungsteuer beträgt in der Summe höchstens 28 %.

 

Gesetzestext  (Entwurf Unternehmensteuerreformgesetz 2008)

Überblick

Schreiben Bundesfinanzministerium Kapitalertragsteuerbescheinigung

Schreiben Bundesfinanzministerium Abgeltungsteuer_270409

Tabelle Anleihen Finanztest

Schreiben Bundesfinanzministerium Abgeltungsteuer_1300609

Berechnungsbeispiel_240708

Rechner

www.abgeltungsteuer.de

Abgeltungsteuer.de ist ein Portal für alle Themen rund um die neue Abgeltungsteuer. Fachbeiträge von Experten und eine Gratishotline sorgen für ein umfassendes Angebot. Angesprochen ist die Quellensteuer, die ab Januar 2009 auf Kapitalertragsteuer erhoben wird. Es wird ausführlich auf die Entwicklung der Abgeltungsteuer, die eigentliche Definition und auf den Umgang der Steuer im europäischen Kontext eingegangen. Herausgeber ist der Mannheimer Steueranwalt Thomas Disque.

Lebensversicherung - Mit Stehvermögen die Abgeltungsteuer umgehen

Lebensversicherungen werden von der Abgeltungsteuer privilegiert. Fast 70 Millionen Verträge sind betroffen. Aber nicht alle Auszahlungen aus Lebensversicherungen sind steuerfrei.

Glossar Abgeltungsteuer

Bis zum 31. Dezember 2008 hatte die von Banken, Sparkassen, Versicherungsunternehmen und Kapitalgesellschaften einbehaltene Steuer auf Kapitalerträge (Zinsabschlagsteuer und Kapitalertragsteuer) die Eigenschaft einer Vorauszahlung auf die voraussichtlich geschuldete Einkommensteuer. Ab dem 1. Januar 2009 wird die zu erhebende Steuer mit abgeltender Wirkung ausgestattet, daher auch die Bezeichnung "Abgeltungsteuer". Zinsen, Dividenden, Fondsausschüttungen sowie Kurs- und Währungsgewinne werden ab 2009 pauschal mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Die Abgeltungsteuer fällt allerdings nur dann an, wenn die Einnahmen den Sparer-Pauschbetrag von 801 EURO für Ledige bzw. 1.602 EURO für Verheiratete übersteigen oder wenn keine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt wird.

Glossar Aktien

Bei Aktien, die dem Privatvermögen zuzurechnen sind, galt bis zum 31.12.2008 das sog. Halbeinkünfteverfahren mit der Konsequenz, dass von einem Dividendenertrag oder einem steuerpflichtigen Kursgewinn von einem EURO lediglich 50 Cent zu versteuern waren. Bei einem persönlichen Steuersatz von 40 % kam es sonach zu einer Steuerlast von 20 Cent. Ab dem 01.01.2009 entfällt das Halbeinkünfteverfahren. Die Steuerbelastung für Dividendenerträge oder Kursgewinne beträgt ab dem Jahr 2009 generell 25 % oder 25 Cent von einem EURO, unabhängig von der Haltedauer. Beträgt die Beteiligung mehr als 1 Prozent, wird bei Veräußerungen zukünftig das Teileinkünfteverfahren angewendet. Es bleiben dann 40 Prozent steuerfrei. Verluste aus Aktienverkäufen können künftig nur noch mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden (sog. "Einzäunung"). Verluste aus Aktienverkäufen, die aufgrund der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten entstanden sind, können bis zum Jahr 2013 mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Darüber hinaus können diese Verluste zeitlich unbegrenzt mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Gewinne aus Grundstücksgeschäften) verrechnet werden.

Glossar Altersentlastungsbetrag

Der Altersentlastungsbetrag ist ein Steuerfreibetrag, der einem Steuerpflichtigen gewährt wird, wenn dieser vor dem Beginn des Kalenderjahres, für das zu versteuernde Einkommen ermittelt wird, das 64. Lebensjahr vollendet hat. Der Altersentlastungsbetrag verringert sonach bei älteren Menschen deren Steuerlast. Gesetzliche Grundlage ist § 24a des Einkommensteuergesetzes. Seit dem Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes ermäßigt sich der Altersentlastungsbetrag ab 2005 jährlich. Im Jahr 2008 beträgt der Altersentlastungsbetrag 35,2 %, maximal jedoch 1.672 EURO. Der Altersentlastungsbetrag kann nur im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden.

Glossar Altersvorsorge

Bei Kapitalanlagen, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dienen, wird keine Abgeltungsteuer erhoben. Hierunter fallen insbesondere Riester- und Rürup-Renten sowie betriebliche Vorsorgeverträge. Ebenfalls nicht betroffen von der Abgeltungsteuer sind private Renten- und Kapitallebensversicherungen, sofern die Verträge vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden und die Haltedauer 12 Jahre nicht unterschreitet.

Glossar Altverluste

Unter Altverlusten sind Verluste aus privaten Wertpapier- oder sonstigen Veräußerungsgeschäften zu verstehen, die aufgrund der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten entstanden sind. Altverluste können bis zum Jahr 2013 mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Darüber hinaus können Altverluste zeitlich unbegrenzt mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Gewinne aus Grundstücksgeschäften) verrechnet werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass der Steuerpflichtige die Altverluste im Jahr ihrer Entstehung in seiner Einkommensteuererklärung deklariert hat und die Verluste vom Finanzamt durch den Erlass eines Verlustfeststellungsbescheides berücksichtigt wurden.

Glossar Anleihen

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere. Der Inhaber der Anleihe überlässt dem Herausgeber der Anleihe (z.B. Unternehmen, Banken, Bund, Länder oder Gemeinden) zeitlich befristet sein Geld und erhält als Gegenleistung hierfür die vereinbarte Verzinsung. Anders als der Aktionär erwirbt der Käufer einer Anleihe keinen Anteil am Eigenkapital des Unternehmens, vielmehr gewährt er dem Unternehmen Fremdkapital. Kursgewinne aus Anleihen, die vor dem 31.12.2008 erzielt wurden, bleiben auf Dauer von der Abgeltungsteuer verschont. Kursgewinne, die mit Anleihen erzielt werden, die ab dem 01.01.2009 angeschafft wurden, sind ebenso abgeltungsteuerpflichtig wie sämtliche laufenden Erträge aus Anleihen.

Glossar Ausschüttende Fonds

Im Gegensatz zu thesaurierenden Fonds werden bei dieser Kapitalanlage die dem Fonds zugeflossenen Erträge jährlich an die Anteilsinhaber ausgeschüttet. Erträge von Wertpapierfonds sind Dividenden, Zinsen sowie Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren. Die Ausschüttungen werden in der Basiswährung des Fonds je Anteil festgesetzt und danach veröffentlicht. Der Anteilpreis eines Investmentfonds vermindert sich am Tag der Ausschüttung um den ausgeschütteten Betrag. Auf die Ausschüttung wird sogleich Abgeltungsteuer fällig, selbst wenn der ausgeschüttete Betrag zum Erwerb neuer Fondsanteile investiert wird. Wird das Depot in Deutschland geführt, behält die depotführende Bank die fällige Abgeltungsteuer ein und führt diese an die Finanzbehörde ab.

Glossar Bausparverträge

Ab 2009 unterliegen bei Bausparverträgen sämtliche Erträge vollumfänglich der Abgeltungsteuer. Neben den Zinsen fallen hierunter auch die Bonuszahlungen und Treueprämien.
Nur die Erträge aus den sogenannten Riester-Bausparverträgen werden von der Abgeltungsteuer verschont.

Glossar Bestandsschutz

Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere unterliegen dem Bestandschutz, sofern diese Kapitalanlagen vor dem 01.01.2009 erworben wurden. Etwaige Kursgewinne bei Veräußerung dieser Kapitalanlagen bleiben zukünftig steuerfrei, falls die einjährige Behaltefrist eingehalten wurde. Für Wertpapiere, die ab dem 01.01.2009 angeschafft werden, fällt unabhängig von der Haltedauer Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge und Kursgewinne an. Dies gilt auch für Anteile, die im Rahmen von Fondssparplänen erworben wurden.

Glossar Betriebliche Vorsorgepläne

Auf Kapitalanlagen, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dienen, wird keine Abgeltungsteuer erhoben. Hierzu zählen betriebliche Vorsorgepläne, Riester-Fondssparpläne und Rürup-Renten. Ebenfalls nicht von der Abgeltungsteuer betroffen sind private Renten- und Kapitallebensversicherungen, sofern die Verträge vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden und die Haltedauer 12 Jahre nicht unterschreitet.

Glossar Dachfonds

Dachfonds sind Fonds, die das Vermögen der Anteilseigner nicht in einzelne Aktien oder Anleihen investieren, sondern in andere Fonds ("Zielfonds"). Für Dachfonds gelten grundsätzlich die gleichen Besteuerungsregelungen wie für gewöhnliche Fonds. Bei der Veräußerung von Wertpapieren, die vor dem 01.01.2009 erworben und mindestens ein Jahr gehalten wurden, werden Kursgewinne nicht besteuert. Werden innerhalb eines Dachfonds Kursgewinne durch Umschichtungen erzielt, bleiben diese auch nach Einführung der Abgeltungsteuer steuerfrei. Mit Hilfe einer solchen Dachfondskonstruktion können Kursgewinne, die aus einem aktiven Management mit Blick auf den Zielfonds resultieren, zukünftig weiterhin steuerfrei vereinnahmt werden, falls die Kursgewinne reinvestiert werden und folglich im Dachfonds verbleiben. Dies ist bei einem Einzelfonds nicht möglich, da die Kursgewinne dort direkt dem Anleger zugerechnet und bei diesem sogleich besteuert werden. Kapitalerträge, die Fonds bzw. Dachfonds erzielen (z.B. Zinsen und Dividenden) sind - wie bisher - im Zeitpunkt der Auszahlung zu versteuern.

Glossar Depotgebühren

Depotgebühren werden von Banken und Investmentgesellschaften für die Bereitstellung eines Wertpapierdepots berechnet. Depotgebühren zählen zu den pauschalierten Werbungskosten und können nicht mehr gesondert geltend gemacht werden. Sie werden über den Sparer-Pauschbetrag (801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete) berücksichtigt.

Glossar Dividenden

Dividenden sind Teile des Gewinns, die Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre ausschütten. Dividenden unterfallen ab dem 01.01.2009 in voller Höhe der Abgeltungsteuer und werden mit pauschal 25 % besteuert. Dies gilt ab 2009 auch für Kursgewinne aus Aktienverkäufen, sofern diese den Sparer-Pauschbetrag (801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Verheiratete) übersteigen. Das bis zum 31.12.2008 gültige Halbeinkünfteverfahren entfällt. Dividenden ausländischer Aktien, bei denen keine Abgeltungsteuer einbehalten wurde, sind im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu deklarieren und werden wie inländische Dividenden besteuert.

Glossar Einkünfte

Einkünfte sind steuerrechtlich die erzielten Einnahmen abzüglich der einhergehenden Kosten. Der Abgeltungsteuer unterfallen sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen. Hierzu gehören insbesondere Zinserträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten, Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäften sowie Erträge aus Zertifikaten. Zudem werden Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bei Wertpapieren, Investmentanteilen und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften von der Abgeltungsteuer erfasst, nicht jedoch Gewinne aus Immobilien.

Glossar Festzinsanleihen

Festzinsanleihen sind Standardanleihen mit einer festen Verzinsung ("Kupon") über die gesamte Laufzeit. Sie sind eine der häufigsten Anleiheformen. Werden Festzinsanleihen nach dem 31.12.2008 erworben, ist sowohl für die laufenden Erträge als auch für etwaige Veräußerungsgewinne Abgeltungsteuer zu entrichten. Bei Festzinsanleihen, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden ("Alt-Anleihen"), ist lediglich für die laufenden Erträge Abgeltungsteuer fällig, nicht aber für etwaige Gewinne bei Veräußerung oder Einlösung.

Glossar Finanzinnovationen

Als Finanzinnovationen werden neuartige, bisher an Geld-, Kredit- und Kapitalmärkten nicht verfügbare Anlage- und Finanzierungsinstrumente bezeichnet, die  nach Auffassung der Finanzverwaltung steuerpflichtige Zinserträge in steuerfreie Kursgewinne umwandeln sollen. Finanzinnovationen sind zum Beispiel Zerobonds, Gleitzinsanleihen, inflationsindexierte Anleihen und Garantiezertifikate. Für diese Finanzprodukte gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer sind die Erträge hieraus immer steuerpflichtig. Auch etwaige Kursgewinne unterfallen immer der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Finanzinnovationen erworben wurden.

Glossar Fonds

Offene Investmentfonds, gemeinhin als "Fonds" bezeichnet, sind eine Form der Kapitalanlage. Eine Fondsgesellschaft sammelt Kapital von Kapitalanlegern ein, bündelt es in einem Fonds und investiert das Kapital in Aktien, Anleihen oder in Immobilien. Bezüglich der Fondsanteile, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden, gelten die alten Rechtsvorschriften weiter. Die laufenden Erträge, insbesondere Zinsen und Dividenden, unterliegen beim Anteilseigner der Abgeltungsteuer. Kursgewinne, die der Fonds erzielt, sind auch bei einer Veräußerung innerhalb der Jahresfrist steuerfrei, solange diese Kursgewinne nicht ausgeschüttet werden. 
Ab dem 01.01.2009 sind die vom Fonds ausgeschütteten Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren (z. B. Anleihen, Aktien und Zertifikate) unabhängig von der Haltedauer stets als steuerpflichtige Kapitalerträge zu behandeln und unterfallen der Abgeltungsteuer. Werden die vom Fonds erzielten Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren nicht ausgeschüttet ("thesauriert"), fällt beim Anteilseigner keine Steuer an. Die offenen Investmentfonds sind zu unterscheiden von gewerblichen geschlossenen Fonds, die nicht von der Abgeltungsteuer betroffen sind.

Glossar Fondspolice

Als Fondspolice wird eine fondsgebundene Rentenversicherung bezeichnet. Fondspolicen sind eine Mischung aus Fondssparplan (z.B. Aktienfonds) und privater Rentenversicherung, allerdings ohne gesicherte Auszahlung. Die Erträge aus einer Fondspolice unterfallen nicht der Abgeltungsteuer. Der Vertrag darf allerdings nicht vorzeitig gekündigt werden, da ansonsten das Steuerprivileg entfällt.

Glossar Fondssparpläne

Fondssparpläne sind Sparverträge, bei denen regelmäßig in einen Investmentfonds eingezahlt wird. Steuerlich handelt es sich bei einem Fondssparplan nicht um ein einheitliches Rechtsgeschäft über die gesamte Laufzeit, sondern jede einzelne Einzahlung wird als ein gesondertes Rechtsgeschäft erachtet. Für Anteile an einem Fondssparplan, die bis zum 31.12.2008 erworben wurden, gelten die alten steuerlichen Regeln auch weiterhin. Wertsteigerungen waren bis zum 31.12.2008 nur dann steuerpflichtig, wenn die Anteile innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist veräußert wurden. Die steuerpflichtigen Ausschüttungen aller Anteile und die Wertzuwächse der Anteile, die ab dem 01.01.2009 erworben wurden, unterfallen der Abgeltungsteuer. Werden Anteile an einem Fondssparplan nach dem 01.01.2009 veräußert, so gelten die am Anfang der Laufzeit erworbenen Anteile als zuerst verkauft ("Fifo-Methode" = first in, first out), obwohl Kursgewinne der nach altem Recht erworbenen Anteile auch nach dem 31.12.2008 steuerfrei sind. Um diese nachteilige Folge der Fifo-Methode zu vermeiden, empfiehlt sich die Einrichtung eines Unter- oder Zweitdepots, um die vor dem 31.12.2008 erworbenen Anteile von denjenigen Anteilen trennen zu können, die zu einem späteren Zeitpunkt angeschafft wurden. Im Falle einer Veräußerung sollte sich der Inhaber dann von den vor 31.12.2008 erworbenen Anteilen zuletzt trennen.

Glossar Freistellungsauftrag

Mit einem Freistellungsauftrag für Kapitalerträge weist ein Steuerpflichtiger das Geldinstitut an, fällige Zinseinnahmen vom automatisierten Steuerabzug freizustellen. Freistellungsaufträge sind bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages (801 EURO für Ledige bzw. 1.602 EURO für Verheiratete) statthaft. Freistellungsaufträge dienen der Vereinfachung, da Einnahmen aus Kapitalvermögen bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages nicht der Einkommensteuer unterliegen.

Glossar Garantie-Zertifikate

Garantie-Zertifikate sind Finanzinnovationen. Der Erwerber erhält am Laufzeitende mindestens sein eingesetztes Kapital zurück. Es gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer sind die Erträge aus Garantie-Zertifikaten immer steuerpflichtig. Auch etwaige Kursgewinne unterfallen immer der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Garantie-Zertifikate erworben wurden.

Glossar Genossenschaftsanteile

Ein Genossenschaftsanteil dokumentiert die persönliche Beteiligung am Genossenschaftskapital. Volks- und Raiffeisenbanken sind genossenschaftlich organisierte Kreditinstitute. Schütten diese Institute Gewinne aus, so unterliegen die ausgeschütteten Dividenden vollumfänglich der Abgeltungsteuer.

Glossar Genussrechte

Genussrechte gewähren dem Inhaber einen fixen oder variablen Gewinnanteil für die zeitlich befristete Überlassung von Kapital. Anders als der Aktionär erwirbt der Inhaber von Genussrechten keinen Anteil am Eigenkapital des Unternehmens. Die laufenden Erträge und Veräußerungsgewinne aus aktienähnlichen Genussrechten, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden, unterliegen der Abgeltungsteuer.  Veräußerungsverluste können unabhängig von der Haltedauer steuermindernd geltend gemacht werden. Wurden die Genussrechte nach dem 31.12.2008 erworben, können etwaige Verluste mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Die bei Aktien geltende Beschränkung der Verlustverrechnung, wonach ausschließlich mit etwaigen Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden darf (sog. "Einzäunung"), existiert  nicht. Wurden die aktienähnlichen Genussrechte vor dem 01.01.2009 erworben, unterliegen die laufenden Erträge der Abgeltungsteuer. Kursgewinne werden bei einer Beteiligung von 1 Prozent und mehr nach dem Teileinkünfteverfahren besteuert. Bei einer Beteiligung von weniger als 1 Prozent kommt das Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung, falls die Veräußerung innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist erfolgt. Kursgewinne von obligationsähnlichen Genussrechten, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden, werden nach dem allgemeinen Einkommensteuertarif besteuert, falls eine Veräußerung innerhalb von zwölf Monaten erfolgt. Altverluste aus Veräußerungen vor dem 01.01.2009 können bis zum Jahr 2013 mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Darüber hinaus können Altverluste zeitlich unbegrenzt mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Gewinne aus Grundstücksgeschäften) verrechnet werden.

Glossar Gewinnobligationen

Gewinnobligationen sind nichtbörsennotierte Schuldverschreibungen. Sie gewähren eine gewinn- oder dividendenabhängige Zusatzverzinsung anstatt (oder zusätzlich zu) einer festen Verzinsung.
Die laufenden Erträge und Veräußerungsgewinne aus Gewinnobligationen, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden, unterliegen der Abgeltungsteuer. Wurden die Gewinnobligationen vor dem 01.01.2009 erworben, unterliegen etwaige Veräußerungsgewinne bei Veräußerung innerhalb eines Jahres dem allgemeinen Einkommensteuertarif.

Glossar Gleitzinsanleihen

Gleitzinsanleihen sind Finanzinnovationen. Es gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer sind die Erträge hieraus immer steuerpflichtig. Auch etwaige Kursgewinne unterfallen immer der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Gleitzinsanleihen erworben wurden.

Glossar GmbH-Anteile

Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von GmbH-Anteilen, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden, unterfallen der Abgeltungsteuer. Unerheblich ist, wie lange die Anteile gehalten wurden. Das bis zum 31.12.2008 geltende Halbeinkünfteverfahren entfällt. Beträgt die GmbH-Beteiligung mehr als 1 Prozent, ist auf etwaige Veräußerungsgewinne das Teileinkünfteverfahren anzuwenden. Die laufenden Einkünfte aus einer GmbH (z.B. Gewinnausschüttungen) sind abgeltungsteuerpflichtig.

Glossar Grenzsteuersatz

Der Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, der auf einen Einkommenszuwachs entfällt. Er zeigt auf, wie hoch die Steuerbelastung ist, wenn sich das Einkommen um einen bestimmten Betrag erhöht. Der Grenzsteuersatz ist zu unterscheiden vom Durchschnittssteuersatz.

Glossar Günstigerprüfung

Die Günstigerprüfung ist eine von Amts wegen durchzuführende Prüfung, welche Berechnung vorteilhafter ist. Mit Hilfe der Günstigerprüfung wird zum Beispiel ermittelt, ob das ausgezahlte Kindergeld oder der steuerliche Kinderfreibetrag für den Steuerpflichtigen vorteilhafter ist. Ein weiteres Anwendungsbeispiel ist die staatlich geförderte Rente (Riester- und Rürup-Rente). Hier wird untersucht, ob die Zulage oder der steuerliche Sonderausgabenabzug günstiger ist. Im Geltungsbereich der Abgeltungsteuer kommt eine Günstigerprüfung zur Anwendung, falls der Grenzsteuersatz eines Steuerpflichtigen unter 25 % liegt und dieser seine Kapitaleinkünfte gegenüber dem Finanzamt mittels einer Einkommensteuererklärung deklariert. Ist die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) geringer als die vom Geldinstitut für Abgeltungsteuer einbehaltenen 25 %, wird die Differenz von Amts wegen ermittelt und erstattet.

Glossar Halbeinkünfteverfahren

Mit dem Halbeinkünfteverfahren werden Einnahmen aus der Beteiligung an Kapitalgesellschaften steuerlich entlastet. Es gilt für Einnahmen aus in- und ausländischen Beteiligungen an Kapitalgesellschaften. Zweck des Halbeinkünfteverfahrens ist der Ausgleich finanzieller Nachteile wegen der seit 2002 nicht mehr anrechenbaren Körperschaftsteuer. Das Halbeinkünfteverfahren wurde ab dem 01.01.2009 durch die Abgeltungsteuer und ein Teileinkünfteverfahren ersetzt. Fortan sind Dividenden und Gewinne aus Aktienverkäufen vollumfänglich zu versteuern, sofern diese im Privatvermögen gehalten werden.

Glossar Haltedauer

Der Begriff  "Haltedauer" wird häufig sinngleich verwendet mit dem Begriff  "Spekulationsfrist". Es ist der Zeitraum, der zwischen der Anschaffung eines Vermögensgegenstandes und dem Zeitpunkt liegt, an dem sich der Inhaber von dem Vermögensgegenstand wieder trennt. Zukünftig ist die Haltedauer von Wertpapieren für die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen unerheblich. Die bis zum 31.12.2008 für die Versteuerung von Spekulationsgewinnen relevante einjährige Behaltefrist ist ersatzlos entfallen. Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden, unterliegen einem grundsätzlichen Bestandsschutz.

Glossar Immobilien

Die laufenden Erträge aus vermieteten Immobilien (insbesondere Mieten und Umlagen) unterliegen nach bisher geltendem Recht dem allgemeinen Einkommensteuertarif. Hieran ändert sich auch nach Einführung der Abgeltungsteuer ab dem 01.01.2009 nichts. Etwaige Gewinne aus der Veräußerung vermieteter Immobilien sind nur dann steuerpflichtig, wenn die Haltedauer geringer als 10 Jahre ist. Wurde eine vermietete Immobilie im Privatvermögen gehalten und sind aufgrund der Veräußerung dieser Immobilie Verluste entstanden, können diese Verluste ausschließlich mit etwaigen Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Selbstgenutzte Immobilien unterliegen keiner Besteuerung.

Glossar Immobilienfonds

Es ist zu unterscheiden zwischen offenen und geschlossenen Immobilienfonds. Offene Immobilienfonds sind Sondervermögen, in das Kapital von einer großen Anzahl von Anlegern eingezahlt wird, die in Immobilien investieren möchten. Geschlossene Immobilienfonds sind Gesellschaften. Diese werden regelmäßig in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) oder einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Der Anleger wird durch seinen Beitritt zum Gesellschafter und damit zum Unternehmer mit Risiken und Chancen. Die Gesellschaft investiert das eingebrachte Kapital vorzugsweise in gewerbliche Immobilien, seltener in Immobilien zu Wohnzwecken. Wurde das für die Investition benötigte Kapital eingesammelt, wird der Fonds geschlossen. Weitere Gesellschafter werden dann nicht mehr aufgenommen. Die laufenden Erträge aus offenen Immobilienfonds sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen ab dem 01.01.2009 der Abgeltungsteuer. Mieteinnahmen hingegen sind bei offenen Immobilienfonds nur dann steuerpflichtig, wenn sie im Inland erzielt werden. Im Ausland erzielte Mieteinnahmen und etwaige Gewinne aus der Veräußerung einer im Ausland belegenen Immobilie sind nach den einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommen regelmäßig im Ausland zu versteuern, oft zu einem günstigeren Steuersatz als im Inland.  
Für geschlossene Immobilienfonds ändert sich durch die Einführung der Abgeltungsteuer nichts. Sie unterliegen nicht der Abgeltungsteuer. Die Gesellschafter erzielen - je nach Konzeption des Fonds - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Sonstige Einkünfte.

Glossar Inflationsindexierte Anleihen

Inflationsindexierte Anleihen sind Finanzinnovationen. Es gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer sind die Erträge hieraus immer steuerpflichtig. Auch etwaige Kursgewinne unterfallen immer der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die inflationsindexierten Anleihen erworben wurden.

Glossar Investmentanteile

Anteile eines Kapitalanlegers am Fondsvermögen eines Investmentfonds werden als Investmentanteile bezeichnet. Die laufenden Erträge eines Investmentanteils (z.B. Zinsen und Dividenden) sind jährlich im Zeitpunkt der Auszahlung zu versteuern. Unerheblich ist insoweit, ob die laufenden Erträge ausgeschüttet oder wieder investiert ("thesauriert") werden. Bei der Veräußerung von Anteilen, die vor dem 01.01.2009 erworben und mindestens ein Jahr gehalten wurden, werden Kursgewinne nicht besteuert. Schüttet das Investmentvermögen erzielte Kursgewinne nicht aus, bleiben diese auch nach Einführung der Abgeltungsteuer steuerfrei. Schüttet das Investmentvermögen Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren aus, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden, bleiben diese Gewinne beim Privatanleger steuerfrei, wenn der Privatanleger die Anteile vor dem 01.01.2009 erworben hat. Werden die Anteile nach dem 31.12.2008 erworben, sind im Falle der Veräußerung des Fondsanteils die Gewinne beim Privatanleger unabhängig von der Haltedauer abgeltungsteuerpflichtig.

Glossar Jahresbescheinigung

Die Jahresbescheinigung über Kapitalerträge und Veräußerungsgeschäfte aus Finanzanlagen gemäss § 24 c Einkommensteuergesetz ("EStG") ist eine Aufstellung von Informationen, die für die zutreffende Ermittlung der Einnahmen aus Kapitalvermögen erheblich sind. Deutsche Kreditinstitute waren bis zum 31.12.2008 gesetzlich verpflichtet, eine Jahresbescheinigung nach amtlichem Muster zu erstellen. Die Jahresbescheinigung diente der Finanzverwaltung als Kontrollinstrument, damit nicht versäumt wurde, steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Mit Einführung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 entfällt die Jahresbescheinigung. Letztmalig für das Veranlagungsjahr 2008 werden Jahresbescheinigungen im Jahr 2009 erstellt.

Glossar Kapitalerträge

Der Begriff "Kapitalerträge" wird in der Praxis häufig sinngleich mit dem Begriff "Kapitalvermögen" verwendet. Kapitalvermögen lässt sich zutreffend als der Oberbegriff, Kapitalerträge als das Ergebnis oder die Früchte des Kapitalvermögens umschreiben. Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen gehören insbesondere die laufenden Kapitalerträge. Hierzu zählen Zinserträge aus Geldeinlagen bei Kreditinstituten, Kapitalerträge aus Forderungswertpapieren, Dividenden, Erträge aus Investmentfonds oder Termingeschäften und auch Zertifikatserträge. Ab dem 01.01.2009 bilden die Einkünfte aus Kapitalvermögen eine eigene, von den übrigen sechs Einkunftsarten (Gewerbebetrieb, selbständige Arbeit, Land- und Forstwirtschaft, nichtselbständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Sonstige Einkünfte ) gesonderte Einkunftsgruppe. Sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen werden ab dem 01.01.2009 grundsätzlich von der Abgeltungsteuer erfasst, falls diese dem Privatvermögen zuzuordnen sind. Auch ausländische Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer. Werden ausländische Kapitalerträge nicht von einem inländischen Kreditinstitut verwaltet und/oder wird keine Abgeltungsteuer einbehalten und abgeführt, hat der Steuerpflichtige die ausländischen Kapitalerträge in seiner Einkommensteuererklärung zu deklarieren.

Glossar Kapitalvermögen

Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen zählen insbesondere Zinsen, Dividenden, Wertzuwächse aus Spekulationsgeschäften mit Wertpapieren, Optionsgeschäfte und Termingeschäfte. Ab dem 01.01.2009 bilden diese Einkünfte eine eigene, von den übrigen sechs Einkunftsarten (Gewerbebetrieb, selbständige Arbeit, Land- und Forstwirtschaft, nichtselbständige Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Sonstige Einkünfte ) gesonderte Einkunftsgruppe. Sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen werden ab dem 01.01.2009 grundsätzlich von der Abgeltungsteuer erfasst, falls diese dem Privatvermögen zuzuordnen sind. Der Begriff "Kapitalvermögen" wird in der Praxis häufig sinngleich mit dem Begriff "Kapitalerträge" verwendet. Kapitalvermögen lässt sich zutreffend als der Oberbegriff, Kapitalerträge als das Ergebnis oder die Früchte des Kapitalvermögens umschreiben.

Glossar Kirchensteuer

Religionsgemeinschaften erheben zur Finanzierung ihrer Gemeinschaftsausgaben von den Mitgliedern die Kirchensteuer. Für die Jahre 2009 und 2010 kann die Kirchensteuerzahlung wahlweise erfolgen. Zum einen auf dem vom Gesetzgeber favorisierten Weg der Abgeltung mittels Kirchensteuerabzug. Der kirchensteuerpflichtige Kapitalanleger reicht dazu bei seiner Bank einen Antrag ein und teilt darin seinen Konfessionsstatus und den zutreffenden Kirchensteuersatz mit. Die Banken sind verpflichtet, nach dem jeweils für das Kirchenmitglied geltenden Kirchensteuersatz die Kirchensteuer zu berechnen, einzubehalten und an die zuständige Finanzbehörde weiterzuleiten. Die abzuführende Kirchensteuer wird um 25% gemindert als Gegenleistung dafür, dass dieser Teil der Kirchensteuer nicht als Sonderausgabe steuermindernd anrechenbar ist (Pauschalierte Sonderausgabe). Die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.
Zum anderen besteht die Möglichkeit, die der Abgeltungsteuer unterliegenden Einkünfte im betreffenden Zeitraum wie bisher in der Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Die Regelung nimmt Rücksicht auf solche Kapitalanleger, die Ihre Religionszugehörigkeit nicht offen legen wollen. Dem Finanzamt wird die bereits gezahlte Kirchensteuer mitgeteilt und eine entsprechende Bescheinigung der Bank vorgelegt. Die ermittelte Kirchensteuer ist danach wie bisher als Sonderausgabe abzugsfähig. Die zu zahlende Kirchensteuer wird dann im Einkommensteuerbescheid festgesetzt.

Glossar Kontenabruf

Kontenabruf ist der Zugriff staatlicher Stellen auf Kontostammdaten (Name, Geburtstag, Adresse) von Personen, die im Inland eine Bankverbindung unterhalten. Seit dem Jahr 2003 dürfen Finanzbehörden insbesondere (aber nicht nur) zum Zwecke der Strafverfolgung auf diese Kontostammdaten zugreifen und anderen Behörden hierüber Auskunft erteilen. Häufiger Anwendungsfall des Kontenabrufs ist die Weigerung von Steuerpflichtigen, ihre Einkommensverhältnisse offen zu legen. Mit Einführung der Abgeltungsteuer wird der Kontenabruf durch die Finanzbehörden modifiziert. Ab dem 01.01.2009 ist der Kontenabruf nur noch statthaft, falls:

- Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne im Privatvermögen nach bis zum 31.12.2008 geltendem Recht zu besteuern sind;

- ein Steuerpflichtiger dies beantragt, weil er die ihm zuzurechnenden Kapitaleinkünfte seinem niedrigeren persönlichen Einkommensteuersatz unterwerfen möchte ("Veranlagungswahlrecht");

- Personen steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen wollen, zum Beispiel Krankheitskosten oder Spenden als außergewöhnliche Belastungen;

- Eltern Kindergeld beantragen und hierfür die Einkünfte des Kindes von Bedeutung sind;

- Steuerpflichtige festgesetzte Steuern nicht zahlen;

- Personen staatliche Leistungen beantragen, für die die Höhe des Einkommens von Bedeutung ist (zum Beispiel BAföG oder Wohngeld);

- Steuerpflichtige dem Abruf zustimmen.

 

Glossar Lebensversicherungen

Lebensversicherungen sichern Risiken der versicherten Person (z.B. Todesfall oder Langlebigkeit) wirtschaftlich ab. Zwischen der Versicherungsgesellschaft und dem Versicherungsnehmer wird ein Lebensversicherungsvertrag abgeschlossen. Bei Eintritt des Versicherungsfalls (Tod oder Erreichen eines bestimmten Zeitpunktes) ist an den Versicherungsnehmer die vereinbarte Versicherungsleistung auszuzahlen. Ob und wie viel Steuern auf die Auszahlung bei Vertragsablauf, Kündigung oder Veräußerung anfallen, hängt vom Zeitpunkt ab, zudem der Vertrag geschlossen wurde. Entscheidend ist vor allem, ob der Vertragsschluss vor oder nach dem 01.01.2005 datiert.

Vertragsschluss vor dem 01.01.2005

Vollständig steuerfrei sind Auszahlungen aus Lebensversicherungsverträgen oder fondsgebundenen Rentenversicherungen, die vor dem 01.01.2005 abgeschlossen wurden. Voraussetzung ist aber, dass der Vertrag am Laufzeitende, bei einer Kündigung oder bei einer Veräußerung drei Kriterien erfüllt: 1. Die Laufzeit beträgt mindestens zwölf Jahre. 2. Beiträge wurden mindestens fünf Jahre gezahlt. 3. Es wurde ein Todesfallschutz von mindestens 60 % der Beitragssumme vertraglich vereinbart. Letzterer Punkt gilt allerdings nur bei Vertragsbeginn ab dem 31. März 1996. Wird eine der drei Kriterien nicht erfüllt, werden Steuern auf den Ertrag fällig. Die bei Ablauf des Vertrages fällige Leistung (bei Kündigung der Rückkaufswert) wird dann um die gezahlten Beiträge gekürzt, die Differenz ist als Ertrag steuerpflichtig. Ab dem 01.01.2009 sind hierfür 25 % Abgeltungsteuer vom Versicherer einzubehalten und an die Finanzbehörde abzuführen. Bei der Veräußerung einer Lebensversicherung obliegt dem Versicherer lediglich eine Meldepflicht. Der Versicherungsnehmer kann gezahlte Versicherungsbeiträge vom Veräußerungserlös abziehen und hat etwaig verbleibende Erträge dem Finanzamt im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zu deklarieren.

Vertragsschluss ab dem 01.01.2005

Lebensversicherungsverträge, die erst ab dem Jahr 2005 gezeichnet wurden, sind weniger vorteilhaft, da die Auszahlungen teilweise steuerpflichtig sind. Wird bei privaten Renten- und Kapitallebensversicherungen das Kapital einmalig ausgezahlt, sind die Hälfte der Erträge mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn nachfolgende Kriterien erfüllt sind: 1. Der Vertrag läuft bis mindestens zum 60. Lebensjahr des Versicherten. 2. Beiträge wurden mindestens fünf Jahre gezahlt. 3. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt zwölf Jahre. 4. Die Versicherung wird nicht vor Ablauf von zwölf Jahren gekündigt. Wird ein Kriterium nicht erfüllt oder wird die Versicherung veräußert, ist ab 2009 Abgeltungsteuer fällig. Selbst wenn der Versicherungsvertrag regulär endet oder gekündigt wird, überweist der Versicherer vom Ertrag 25 % Abgeltungsteuer an die Finanzbehörden, auch wenn gar keine Steuer fällig ist. Versicherte sind gezwungen, zuviel bezahlte Steuern über ihre Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückzufordern. Die Hälfte der Erträge unterliegt dann dem persönlichen Steuersatz.

Monatliche Rentenzahlungen, die aus einer klassischen oder fondsgebundenen Rentenversicherung herrühren ("Private Rentenversicherung"), unterfallen ebenfalls nicht der Abgeltungsteuer. Steuerpflichtig ist nur der Ertragsanteil der Rente. Wird die Lebensversicherung vorzeitig gekündigt, war bis zum 31.12.2008 der Rückkaufswert mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, falls die Mindestvertragslaufzeit von zwölf Jahren nicht eingehalten wurde. Ab dem 01.01.2009 sind vom Rückkaufswert 25 % Abgeltungsteuer zu entrichten. Wird die Lebensversicherung veräußert, unterfällt der bei der Veräußerung erzielte Wertzuwachs ab dem 01.01.2009 der Abgeltungsteuer.

Glossar Mischfonds

Als Mischfonds werden Investmentfonds bezeichnet, die nicht nur in Aktien sondern auch in Rentenpapieren, Geldmarkttitel und Immobilien-Sondervermögen investieren. Da ein reines Aktieninvestment risikobehaftet ist, werden zur Risikostreuung zusätzlich Renten- und Geldmarkttitel im Fondsvermögen gehalten. Bei einem ausgewogenen Mischfonds ist das Verhältnis zwischen risikoreicheren Aktienbeständen einerseits und risikoärmeren Renten-, Geldmarkt- oder Immobilienanteilen andererseits, ungefähr hälftig. Bezüglich der Mischfondsanteile, die vor dem 01.01.2009 angeschafft wurden, gelten die alten Rechtsvorschriften weiter. Die laufenden Erträge, insbesondere Zinsen und Dividenden, unterliegen beim Anteilseigner der Abgeltungsteuer. Kursgewinne, die der Mischfonds erzielt, sind auch bei einer Veräußerung innerhalb der Jahresfrist steuerfrei, solange diese Kursgewinne nicht ausgeschüttet werden. Ab dem 01.01.2009 sind die vom Mischfonds ausgeschütteten Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren (z. B. Anleihen, Aktien und Zertifikate) unabhängig von der Haltedauer stets als steuerpflichtige Kapitalerträge zu behandeln und unterfallen der Abgeltungsteuer. Werden die vom Mischfonds erzielten Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren nicht ausgeschüttet ("thesauriert"), fällt beim Anteilseigner keine Steuer an.

Glossar Nichtveranlagungsbescheinigung

Eine Nichtveranlagungsbescheinigung ("NV-Bescheinigung") gemäss § 44 a Einkommensteuergesetz ("EStG") erhalten Personen, die voraussichtlich nicht zur Einkommensteuer veranlagt werden. Der häufigste Anwendungsfall der NV-Bescheinigung betrifft Steuerpflichtige mit geringem Einkommen, zum Beispiel Studenten, Rentner oder minderjährige Kinder. Die Geltungsdauer beträgt höchstens drei Jahre. Wird eine NV-Bescheinigung beim zuständigen Finanzamt beantragt und gewährt, behält die Bank bei Vorlage der Bescheinigung ab dem 01.01.2009 keine Abgeltungsteuer von den Kapitalerträgen ein. Zinsen, Dividenden und Kursgewinne von bis zu 7.664 EURO im Jahr (sog. "Grundfreibetrag")  bleiben dann steuerfrei, wenn keine sonstigen Einkünfte zu verzeichnen sind. Wird eine NV- Bescheinigung nicht beantragt oder nicht gewährt, können etwaig zuviel gezahlte Steuern nach Ablauf des Steuerjahres mittels der Einkommensteuererklärung zurückgeholt werden.

Glossar Offene Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds sind Sondervermögen, in das Kapital von einer großen Anzahl von Anlegern eingezahlt wird, die in Immobilien investieren möchten. Die laufenden Erträge aus offenen Immobilienfonds sind Einkünfte aus Kapitalvermögen und unterliegen ab dem 01.01.2009 der Abgeltungsteuer. Mieteinnahmen hingegen sind bei offenen Immobilienfonds nur dann steuerpflichtig, wenn sie im Inland erzielt werden. Im Ausland erzielte Mieteinnahmen und etwaige Gewinne aus der Veräußerung einer im Ausland belegenen Immobilie sind nach den einschlägigen Doppelbesteuerungsabkommen regelmäßig im Ausland zu versteuern, oft zu einem günstigeren Steuersatz als im Inland. Die offenen Immobilienfonds sind zu unterscheiden von den Geschlossenen Immobilienfonds. Letztere sind Gesellschaften. Geschlossene Immobilienfonds werden regelmäßig in der Rechtsform einer Kommanditgesellschaft (KG) oder einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet. Der Anleger wird durch seinen Beitritt zum Gesellschafter und damit zum Unternehmer mit Risiken und Chancen. Die Gesellschaft investiert das eingebrachte Kapital vorzugsweise in gewerbliche Immobilien, seltener in Immobilien zu Wohnzwecken. Wurde das für die Investition benötigte Kapital eingesammelt, wird der Fonds geschlossen. Weitere Gesellschafter werden dann nicht mehr aufgenommen. Für geschlossene Immobilienfonds ändert sich durch die Einführung der Abgeltungsteuer nichts. Sie unterliegen nicht der Abgeltungsteuer. Die Gesellschafter erzielen - je nach Konzeption des Fonds - Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Sonstige Einkünfte.

Glossar Partiarische Darlehen

Bei einem partiarischen Darlehen handelt es sich um ein Beteiligungsdarlehen. Als Gegenleistung für die Gewährung eines Darlehens erhält der Darlehnsgeber einen Anteil am Gewinn oder am Umsatz des Darlehensnehmers, zumeist eines Unternehmens. Häufig wird zusätzlich eine angemessene Verzinsung des Darlehens vereinbart. Das Darlehen wird dem Unternehmen als Fremdkapital gewährt, der Darlehensgeber erhält wegen der Darlehenshingabe keinen Einfluss auf die Unternehmensgeschäfte. Wurde der Darlehensvertrag nach dem 31.12.2008 geschlossen, unterliegen die laufenden Erträge des Darlehens und etwaige Veräußerungsgewinne der Abgeltungsteuer, unabhängig von der Haltedauer. Wurde der Darlehensvertrag vor dem 01.01.2009 vereinbart, sind Zahlungen des Darlehnsnehmers über dem Nennwert als sonstiger Vorteil steuerpflichtig und zum allgemeinen Einkommensteuertarif zu versteuern. Bei Zahlungen durch Dritte besteht eine Steuerpflicht zum allgemeinen Einkommensteuertarif nur bei Veräußerung binnen zwölf Monaten.

Glossar Pflichtveranlagung

Steuerpflichtige haben gemäss § 46 der Einkommensteuerdurchführungsverordnung ("EStDV") eine jährliche Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr ("Veranlagungszeitraum") unter anderem dann abzugeben, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte mehr als 7.664 EURO betragen hat und darin keine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, enthalten sind. Eine Steuererklärung ist außerdem abzugeben, wenn zum Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums ein verbleibender Verlustabzug festgestellt worden ist. Bei einigen  Kapitaleinkünften ist es nicht möglich, die Abgeltungsteuer direkt an der Quelle einzubehalten und an die Finanzbehörden abzuführen. Als Beispiele hierfür mögen dienen die Zinsen aus Privatdarlehen, die Gewinne aus der Veräußerung von Geschäftsanteilen an einer GmbH oder die Erträge aus ausländischen thesaurierenden Investmentvermögen. Der Steuerpflichtige hat diese Kapitaleinkünfte dann im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zu deklarieren, falls der bezifferte Gesamtbetrag der Einkünfte überschritten wird.

Glossar Privatdarlehen

Ein privates Darlehen wird nicht von einem gewerblichen Darlehensgeber (Kreditinstitut, Kreditvermittler), sondern von einer Privatperson als Darlehensgeber gewährt. Es gelten die Vorschriften der §§ 488 ff. des Bürgerlichen Gesetzesbuches ("BGB"). Die im Darlehensvertrag vereinbarten und vom Darlehensnehmer gewährten Zinsen aus dem Privatdarlehen unterliegen ab dem 01.01.2009 der Abgeltungsteuer und sind vom Darlehensgeber als Steuerpflichtigen im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zu deklarieren, da ein Steuerabzug an der Quelle bei Privatpersonen nicht möglich ist.

Glossar Quellensteuer / Quellenabzugsverfahren

Beim Quellenabzugsverfahren wird die Steuer - im Gegensatz zum Veranlagungsverfahren - unmittelbar an der Quelle einbehalten. Als Beispiel hierfür mag die vom Arbeitgeber im Lohnsteuerabzugsverfahren einzubehaltende Lohnsteuer dienen. Eine weitere Steuer im Quellenabzugsverfahren ist die Kapitalertragsteuer. Auch sie ist eine Erhebungsform der Einkommensteuer. Durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 wurde die Kapitalertragsteuer umfassend reformiert. Die Kapitalertragsteuer wird ab dem 01.01.2009 mit abgeltender Wirkung versehen ("Abgeltungsteuer"), von den depotführenden Banken direkt an der Quelle einbehalten und danach an die Finanzbehörden abgeführt. Analog zur Besteuerung der Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit gilt auch für die Einkünfte aus Kapitalvermögen ein Quellenabzugsverfahren. Mit Einführung der Abgeltungsteuer entfällt grundsätzlich die Verpflichtung, Kapitaleinkünfte im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu deklarieren, falls nicht ein Fall der Pflichtveranlagung vorliegt.

Glossar REIT

Real Estate Investment Trust ("REIT") wird zutreffend mit Immobilien-Aktiengesellschaft mit börsennotierten Anteilen übersetzt. Es handelt sich um Kapitalgesellschaften, die sich bevorzugt mit Immobilienbesitz und Immobilienverwaltung befassen oder den Erwerb von Immobilien finanzieren. Die deutschen REITs sind börsennotierte Aktiengesellschaften, für die das Aktiengesetz ("AktG"), das Handelsgesetzbuch ("HGB") und das REIT-Gesetz ("REITG") gelten. Gewinne aus der Veräußerung von REIT-Anteilen, die nach dem 31.12.2008 erworben wurden sowie die laufenden Erträge aus REITs unterliegen ab dem 01.01.2009 der Abgeltungsteuer. Wurden die REITs vor dem 01.01.2009 angeschafft, sind etwaige Gewinne aus der Veräußerung von REIT-Anteilen innerhalb der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten nach dem allgemeinen Steuertarif zu besteuern, unabhängig von der Haltedauer. Gleiches gilt bei einer Beteiligung an einem REIT von mehr als einem Prozent.

Glossar Rentenversicherungen

Bei Kapitalanlagen, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dienen, wird keine Abgeltungsteuer erhoben. Hierunter fallen insbesondere Riester- und Rürup-Renten sowie betriebliche Vorsorgeverträge. Ebenfalls nicht betroffen von der Abgeltungsteuer sind private Renten- und Kapitallebensversicherungen, sofern die Verträge vor dem 1.1.2005 abgeschlossen wurden und die Haltedauer 12 Jahre nicht unterschreitet.

Glossar Riester-Rente

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte, private Rente. Die staatliche Förderung erfolgt mittels Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen ("Sonderausgabenabzug"). Gesparte Beträge werden nicht in einer Summe ausbezahlt, sondern lebenslang verrentet. Gesetzlich geregelt ist die Riester-Rente im Altersvermögensgesetz ("AVmG") sowie in den §§ 10 a und 79 ff. des Einkommensteuergesetzes ("EStG"). Da es sich bei der Riester-Rente um eine Kapitalanlage handelt, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dient, wird keine Abgeltungsteuer erhoben.

Glossar Rürup-Rente

Die Rürup-Rente ist eine staatlich geförderte, private Rente. Die staatliche Förderung erfolgt mittels Zulagen und steuerlichen Vergünstigungen ("Sonderausgabenabzug"). Gesparte Beträge werden nicht in einer Summe ausbezahlt, sondern lebenslang verrentet. Im Gegensatz zur "Riester-Rente", die vornehmlich nichtselbständig Beschäftigten eine kapitalgedeckte Rente ermöglichen will, zielt die Rürup-Rente auf beruflich Selbständige mit hoher Steuerbelastung. Da es sich bei der Rürup-Rente um eine Kapitalanlage handelt, die ausschließlich der privaten Altersvorsorge dient, wird keine Abgeltungsteuer erhoben.

Glossar Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag wird der Einkommensteuer und Körperschaftsteuer zugeschlagen. Er beträgt 5,5 % der Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer. Kinder werden in besonderer Weise berücksichtigt. In bestimmten Konstellationen wird kein oder nur ein gemilderter Solidaritätszuschlag erhoben. Rechtsgrundlage ist das Solidaritätszuschlaggesetz ("SolZG"). Grundsätzlich ist auf sämtliche abgeltungsteuerpflichtigen Einkünfte aus Kapitalvermögen zusätzlich der Solidaritätszuschlag zu erheben.

Glossar Sparer-Pauschbetrag

Der Sparer-Freibetrag und der Werbungskosten-Pauschbetrag werden zusammengefasst und ab dem 01.01.2009 als Sparer-Pauschbetrag bezeichnet. Bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages sind Einkünfte aus Kapitalvermögen steuerfrei. Der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist ab dem 01.01.2009 nicht mehr statthaft. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 801 EURO für Ledige. Werden Ehegatten gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt, beträgt der Sparer-Pauschbetrag 1.602 EURO. Betragen die Einkünfte aus Kapitalvermögen im Steuerjahr voraussichtlich nicht mehr als 801 bzw. 1.602 EURO, können Steuerpflichtige bei ihrem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag stellen. Mit dem Freistellungsauftrag wird das Geldinstitut angewiesen, fällige Zinseinnahmen vom automatisierten Steuerabzug freizustellen. Freistellungsaufträge dienen der Vereinfachung, da Einkünfte aus Kapitalvermögen bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrages nicht der Einkommensteuer unterliegen.

Glossar Sparpläne

Fondssparpläne werden häufig auch als Sparpläne bezeichnet. Fondssparpläne sind Sparpläne, bei denen regelmäßig in einen Investmentfonds eingezahlt wird. Steuerlich handelt es sich bei einem Fondssparplan nicht um ein einheitliches Rechtsgeschäft über die gesamte Laufzeit, sondern jede einzelne Einzahlung wird als ein gesondertes Rechtsgeschäft erachtet. Für Anteile an einem Fondssparplan, die bis zum 31.12.2008 erworben wurden, gelten die alten steuerlichen Regeln auch weiterhin. Wertsteigerungen waren bis zum 31.12.2008 nur dann steuerpflichtig, wenn die Anteile innerhalb der zwölfmonatigen Spekulationsfrist veräußert wurden. Die steuerpflichtigen Ausschüttungen aller Anteile und die Wertzuwächse der Anteile, die ab dem 01.01.2009 erworben wurden, unterfallen der Abgeltungsteuer. Werden Anteile an einem Fondssparplan nach dem 01.01.2009 veräußert, so gelten die am Anfang der Laufzeit erworbenen Anteile als zuerst verkauft ("Fifo-Methode" = first in, first out), obwohl Kursgewinne der nach altem Recht erworbenen Anteile auch nach dem 31.12.2008 steuerfrei sind. Um diese nachteilige Folge der Fifo-Methode zu vermeiden, empfiehlt sich die Einrichtung eines Unter- oder Zweitdepots, um die vor dem 31.12.2008 erworbenen Anteile von denjenigen Anteilen trennen zu können, die zu einem späteren Zeitpunkt angeschafft wurden. Im Falle einer Veräußerung sollte sich der Inhaber dann von den vor 31.12.2008 erworbenen Anteilen zuletzt trennen.

Glossar Spekulationsfrist / Spekulationsgeschäfte

Bis zum 31.12.2008 waren Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren nur in bestimmten Fällen steuerpflichtig. Veräußerten Inhaber von Aktien oder Investmentanteilen ihre Anteile innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach dem Erwerb, so war ein etwaig erzielter Gewinn steuerpflichtig. Man bezeichnete diese Gewinne auch als Spekulationsgewinne oder Spekulationsgeschäfte. Ab dem 01.01.2009 spielt die Haltedauer, also die Frist zwischen Erwerb und Weiterveräußerung der Wertpapiere, keine Rolle mehr. Etwaig erzielte Veräußerungsgewinne unterliegen immer der Abgeltungsteuer. Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere unterliegen jedoch einem Bestandschutz, sofern diese Kapitalanlagen vor dem 01.01.2009 erworben wurden. Etwaige Kursgewinne bei Veräußerung dieser Kapitalanlagen bleiben auch zukünftig steuerfrei, falls die zwölfmonatige Behaltefrist eingehalten wurde.

Spekulationsverluste

Unter Spekulationsverlusten sind Verluste aus privaten Wertpapier- oder sonstigen Veräußerungsgeschäften zu verstehen, die aufgrund der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten entstanden sind. Spekulationsverluste können bis zum Jahr 2013 mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Darüber hinaus können Spekulationsverluste zeitlich unbegrenzt mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Gewinne aus Grundstücksgeschäften) verrechnet werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass der Steuerpflichtige die Spekulationsverluste im Jahr ihrer Entstehung in seiner Einkommensteuererklärung deklariert hat und die Verluste vom Finanzamt durch den Erlass eines Verlustfeststellungsbescheides berücksichtigt wurden.

Glossar Steuerbescheinigung

Erzielt ein Steuerpflichtiger einen Kapitalertrag, hat ihm das auszahlende Geldinstitut eine Steuerbescheinigung zu erstellen, falls das Geldinstitut bei der Auszahlung des Kapitalertrags entweder Kapitalertrags- und/oder Zinsabschlagsteuer sowie Solidaritätszuschlag einbehalten und abgeführt hat. Regelmäßig wird die Steuerbescheinigung in Form einer Jahresbescheinigung überreicht. Die Jahresbescheinigung über Kapitalerträge und Veräußerungsgeschäfte aus Finanzanlagen gemäss § 24 c Einkommensteuergesetz (EStG) ist eine Aufstellung von Informationen, die für die zutreffende Ermittlung der Einnahmen aus Kapitalvermögen erheblich sind. Deutsche Kreditinstitute waren bis zum 31.12.2008 gesetzlich verpflichtet, eine Jahresbescheinigung nach amtlichem Muster zu erstellen. Die Jahresbescheinigung diente der Finanzverwaltung als Kontrollinstrument, damit nicht versäumt wurde, steuerpflichtige Einnahmen aus Kapitalvermögen im Rahmen der Einkommensteuererklärung zu deklarieren. Mit Einführung der Abgeltungsteuer durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 entfällt die Jahresbescheinigung. Letztmalig für das Veranlagungsjahr 2008 werden Jahresbescheinigungen im Jahr 2009 erstellt. 

Glossar Steuererklärung

Die Steuererklärung ist eine Willenserklärung, mit Hilfe derer natürliche oder juristische Personen gegenüber den Steuerbehörden diejenigen Tatsachen offenbaren, die den Steuerbehörden die Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen und die Festsetzung von Steuern ermöglichen. Regelmäßig ist die Steuererklärung auf einem amtlich vorgeschriebenen Vordruck zu erstellen. Liegt der Grenzsteuersatz eines Steuerpflichtigen unter 25 % und ist er damit geringer als der Abgeltungsteuersatz, kann der der Steuerpflichtige seine Kapitaleinkünfte gegenüber dem Finanzamt mittels einer Einkommensteuererklärung deklarieren. Mit Hilfe einer von Amts wegen durchzuführenden Günstigerprüfung wird dann ermittelt, ob die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) oder die vom Geldinstitut einbehaltene Abgeltungsteuer für den Steuerpflichtigen vorteilhafter ist. Ist die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) geringer als die einbehaltene Steuer, wird die Differenz im Rahmen der Steuerveranlagung erstattet.

Glossar Steuersatz

Als Steuersatz wird der Steuertarif bezeichnet, mittels dem die Berechnung einer Steuer erfolgt. Der Abgeltungsteuersatz beträgt 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Dieser Steuersatz wird unabhängig vom allgemeinen Einkommensteuertarif des Steuerpflichtigen erhoben und von dem Geldinstitut, bei dem die Kapitalanlagen gehalten werden, an die Finanzbehörden abgeführt. Steuerpflichtige mit geringem Einkommen können in ihrer Einkommensteuererklärung die Besteuerung der Einkünfte aus Kapitalvermögen mit dem allgemeinen Einkommensteuertarif beantragen (Veranlagungswahlrecht). Mit Hilfe einer von Amts wegen durchzuführenden Günstigerprüfung wird dann ermittelt, ob die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) oder die vom Geldinstitut einbehaltene Abgeltungsteuer für den Steuerpflichtigen vorteilhafter ist. Ist die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) geringer als die einbehaltene Steuer, wird die Differenz im Rahmen der Steuerveranlagung erstattet.

Glossar Termingeschäfte

Bei Termingeschäften fallen Vertragsschluss und Vertragserfüllung zeitlich auseinander. Charakteristisch ist der Kauf und der Verkauf eines Wirtschaftsgutes zu einem fixen Preis, wobei die Lieferung zeitlich nachfolgt. Maßgebliches steuerliches Kriterium ist der bloße Differenzausgleich anstelle der realen Lieferung des Wirtschaftsgutes. Termingeschäfte, die nach dem 31.12.2008 vereinbart werden, unterfallen dem Abgeltungsteuersatz. Wurden Verträge zu Termingeschäften vor dem 01.01.2009 vereinbart, erfolgt die Besteuerung zum persönlichem Steuersatz, falls der Differenzausgleich innerhalb eines Jahres vorzunehmen ist.

Glossar Thesaurierende Fonds

Thesaurierende Fonds sind eine Form der Kapitalanlage. Eine Fondsgesellschaft sammelt Kapital von Kapitalanlegern ein, bündelt es in einem Fonds und investiert das Kapital in Aktien, Anleihen oder in Immobilien. Erträge werden dabei sofort wieder dem Fondsvermögen zugeführt. Ab dem  01.01.2009 ist zu unterscheiden, ob es sich um einen inländischen oder um einen ausländischen thesaurierenden Fonds handelt. Wurde der Fonds in Deutschland aufgelegt (ISIN beginnt mit DE), zieht die Fondsgesellschaft die fällige Abgeltungsteuer ab und führt den verbleibenden Rest dem Fondsvermögen zu. Bei ausländischen Fonds (ISIN beginnt mit LU, AT, GB, IR, US etc.) werden von der Fondsgesellschaft keine Steuern abgezogen. Die Erträge werden vielmehr ungeschmälert dem Fondsvermögen zugeführt. Auch die depotführende Bank behält bei ausländischen thesaurierenden Fonds keine Abgeltungsteuer ein. Kapitalanleger sind bei ausländischen thesaurierenden Fonds verpflichtet, die thesaurierten Erträge im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung zu deklarieren.

Glossar Typisch stille Gesellschaften

Bei einer typische stillen Gesellschaft beteiligt sich eine Person am Handelsgewerbe eines anderen mit einer Vermögenseinlage. Der typisch stille Gesellschafter ist am Gewinn oder Verlust, nicht aber am Vermögen der Gesellschaft beteiligt. Gesetzlich geregelt ist die typisch stille Gesellschaft in den §§ 230-237 HGB. Wurde die Gesellschaft nach dem 31.12.2008 gegründet, unterliegen die laufenden Erträge  der Abgeltungsteuer. Gleiches gilt für ein etwaiges Auseinandersetzungsguthaben bei Zahlungen über dem Nennwert. Erfolgen Zahlungen durch Dritte, erfolgt die Besteuerung unabhängig von der Haltedauer zum Abgeltungsteuersatz. Wurde die Gesellschaft vor dem 01.01.2009 gegründet, unterliegen nur die laufenden Erträge der Abgeltungsteuer. Die Zahlung eines Auseinandersetzungsguthabens vor dem 01.01.2009 ist nicht steuerpflichtig.

Glossar Übergangsregelungen

Für eine Übergangszeit unterliegen Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere dem Bestandschutz, sofern diese Kapitalanlagen vor dem 01.01.2009 erworben wurden. Etwaige Kursgewinne bei Veräußerung dieser Kapitalanlagen bleiben zukünftig steuerfrei, falls die einjährige Behaltefrist eingehalten wurde. Für Wertpapiere, die ab dem 01.01.2009 angeschafft werden, fällt unabhängig von der Haltedauer Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge und Kursgewinne an. Dies gilt auch für Anteile, die im Rahmen von Fondssparplänen erworben wurden.
Sonderregelungen gelten für Risiko-Zertifikate. Es handelt sich hierbei um Zertifikate, bei denen weder ein Ertrag noch die Rückzahlung des Kapitals zugesichert werden. Wurden die Risiko-Zertifikate vor dem 15.03.2007 erworben, bleiben die Veräußerungsgewinne steuerfrei, sofern die einjährige Behaltefrist eingehalten wurde. Wurden die Risiko-Zertifikate ab dem 15.03.2007 erworben, können diese nach Ablauf der einjährigen Behaltefrist nur dann steuerfrei veräußert werden, wenn ein etwaiger Veräußerungserlös dem Steuerpflichtigen noch vor dem 01.07.2009 zugeflossen ist.

Glossar Unternehmensteuerreformgesetz

Im Zuge der Unternehmensteuerreform wurde im Jahr 2008 das Unternehmensteuerreformgesetz verabschiedet. Es handelt sich um ein gesetzliches Maßnahmenprogramm mit dem Ziel der Steigerung der Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Bundesrepublik Deutschland. Gegenstand des Gesetzes ist unter anderem die Einführung einer fünfundzwanzigprozentigen Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne bei Wertpapiergeschäften im Privatvermögen. Die zehnjährige Spekulationsfrist für private Grundstücksgeschäfte bleibt unverändert. Mit Einführung der Abgeltungsteuer wurde der Kontenabruf durch die Finanzbehörden modifiziert.

 

Veräußerungsfrist

Der Begriff  "Veräußerungsfrist" wird häufig sinngleich verwendet mit den Begriffen  "Haltedauer" und "Spekulationsfrist". Es ist der Zeitraum, der zwischen der Anschaffung eines Vermögensgegenstandes und dem Zeitpunkt liegt, an dem sich der Inhaber von dem Vermögensgegenstand wieder trennt. Bis zum 31.12.2008 waren Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren nur in bestimmten Fällen steuerpflichtig. Veräußerten Inhaber von Aktien oder Investmentanteilen ihre Anteile innerhalb einer Frist von zwölf Monaten nach dem Erwerb, so war ein etwaig erzielter Gewinn steuerpflichtig. Man bezeichnete diese Gewinne auch als Spekulationsgewinne oder Spekulationsgeschäfte. Ab dem 01.01.2009 ist die Veräußerungsfrist für die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen unerheblich. Etwaig erzielte Veräußerungsgewinne unterliegen immer der Abgeltungsteuer. Die bis zum 31.12.2008 für die Versteuerung von Spekulationsgewinnen relevante einjährige Behaltefrist ist ersatzlos entfallen. Aktien, Fonds und festverzinsliche Wertpapiere, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden, unterliegen jedoch einem grundsätzlichen Bestandsschutz. Etwaige Kursgewinne bei Veräußerung dieser Kapitalanlagen bleiben auch zukünftig steuerfrei, falls die zwölfmonatige Behaltefrist eingehalten wurde.

Veranlagung

Steuerpflichtige haben gemäss § 46 der Einkommensteuerdurchführungsverordnung (EStDV) eine jährliche Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr (Veranlagungszeitraum) unter anderem dann abzugeben, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte mehr als 7.664 EURO betragen hat und darin keine Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, von denen ein Steuerabzug vorgenommen worden ist, enthalten sind. Steuerpflichtige werden dann zur Einkommensteuer veranlagt. Eine Steuererklärung ist außerdem abzugeben, wenn zum Schluss des vorangegangenen Veranlagungszeitraums ein verbleibender Verlustabzug festgestellt worden ist. Bei einigen  Kapitaleinkünften ist es nicht möglich, die Abgeltungsteuer direkt an der Quelle einzubehalten und an die Finanzbehörden abzuführen. Als Beispiele hierfür mögen dienen die Zinsen aus Privatdarlehen, die Gewinne aus der Veräußerung von Geschäftsanteilen an einer GmbH oder die Erträge aus ausländischen thesaurierenden Investmentvermögen. Der Steuerpflichtige hat diese Kapitaleinkünfte dann im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung zu deklarieren, falls der bezifferte Gesamtbetrag der Einkünfte überschritten wird. Im Geltungsbereich der Abgeltungsteuer kommt eine Günstigerprüfung zur Anwendung, falls der Grenzsteuersatz eines Steuerpflichtigen unter 25 % liegt und dieser seine Kapitaleinkünfte gegenüber dem Finanzamt mittels einer Einkommensteuererklärung deklariert (Veranlagungswahlrecht). Ist die individuelle Steuerbelastung (Steuersatz) geringer als die vom Geldinstitut für Abgeltungsteuer einbehaltenen 25 %, wird die Differenz von Amts wegen ermittelt und erstattet.

Verlustbescheinigung

Auf Antrag wird von den Geldinstituten eine Bescheinigung erteilt, die den Verlust auf den beim Institut geführten Konten bezeugt. Die Erteilung einer Verlustbescheinigung ist angezeigt, falls der Anleger Konten bei mehreren Geldinstituten unterhält, weil bei unterschiedlichen Instituten eine automatische Verlustverrechnung durch die depotführende Bank nicht erfolgen kann. Bei einem Depotwechsel darf eine Verlustbescheinigung vom Institut nicht ausgestellt werden, falls dem übernehmenden Institut die Höhe der nicht ausgeglichenen Verluste bereits mitgeteilt wurde. Mit Hilfe der Verlustbescheinigung können Steuerpflichtige im Rahmen ihrer Einkommensteuererklärung Verluste mit etwaigen Kapitalerträgen verrechnen, die bei unterschiedlichen Instituten entstanden sind.

Verluste / Verlustverrechnung

Als Verlustverrechnung wird die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten aus verschiedenen Kapitalanlagen bezeichnet. Falls Kapitalanleger ihre Konten bei nur einem Geldinstitut haben, müssen sie sich um die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten nicht mehr selbst kümmern. Die Geldinstitute verrechnen Gewinne und Verluste selbsttätig. Für jeden Kapitalanleger werden Verlustverrechnungstöpfe geführt und zwar sowohl für Aktien als auch für andere Kapitalanlagen sowie für Zinsen und Dividenden. Verluste aus Aktienverkäufen können ab dem 01.01.2009 nur noch mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden (sog. "Einzäunung"). Verluste aus Aktienverkäufen, die aufgrund der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten entstanden sind, können bis zum Jahr 2013 mit Veräußerungsgewinnen aus Kapitalanlagen verrechnet werden. Darüber hinaus können diese Verluste zeitlich unbegrenzt mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. Gewinne aus Grundstücksgeschäften) verrechnet werden. Sogenannte Altverluste, also Verluste aus privaten Wertpapier- oder sonstigen Veräußerungsgeschäften, die aufgrund der bis zum 31.12.2008 geltenden Spekulationsfrist von 12 Monaten entstanden sind, können nur im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung für die Anerkennung ist, dass der Steuerpflichtige die Altverluste im Jahr ihrer Entstehung in seiner Einkommensteuererklärung deklariert hat und die Verluste vom Finanzamt durch den Erlass eines Verlustfeststellungsbescheides berücksichtigt wurden.

Währungsanleihen

Währungsanleihen sind Anleihen, die nicht in EURO, sondern in einer fremden Währung begeben und getilgt werden. Die Anschaffung einer Währungsanleihe beinhaltet sonach ein Währungsrisiko. Die Emission kann von einem Emittenten in dessen Heimatland und in dessen Währung erfolgen, aber auch von jedem beliebigen anderen Land aus. Der Inhaber der Währungsanleihe überlässt dem Herausgeber der Anleihe zeitlich befristet sein Geld und erhält als Gegenleistung hierfür die vereinbarte Verzinsung. Kursgewinne aus Währungsanleihen, die vor dem 31.12.2008 erworben wurden, bleiben auf Dauer von der Abgeltungsteuer verschont. Kursgewinne, die mit Währungsanleihen erzielt werden, die ab dem 01.01.2009 angeschafft wurden, sind ebenso abgeltungsteuerpflichtig wie sämtliche laufenden Erträge aus Währungsanleihen.

Wandelanleihen

Wandelanleihen werden häufig sinngleich als Wandelschuldverschreibungen oder Wandelobligationen bezeichnet. Es handelt sich um festverzinsliche Wertpapiere, die von einer Kapitalgesellschaft ausgegeben und regelmäßig mit einem Nominalzins ausgestattet werden. Den Inhabern wird das Recht eingeräumt, die Wandelanleihen während einer Wandlungsfrist in einem zuvor bestimmten Verhältnis in Aktien zu tauschen. Veräußerungsgewinne, die mit Wandelanleihen erzielt werden, die ab dem 01.01.2009 angeschafft wurden, sind ebenso abgeltungsteuerpflichtig wie sämtliche laufenden Erträge. Veräußerungsgewinne aus Wandelanleihen, die vor dem 01.01.2009 erworben wurden, werden nur dann mit dem allgemeinen Einkommensteuertarif belastet, wenn die Frist zwischen Erwerb und Veräußerung geringer als zwölf Monate war. Die Regeln über Finanzinnovationen gelten nicht für Wandelanleihen.

Werbungskosten

Werbungskosten sind Aufwendungen oder Ausgaben, die dem Erwerb, der Sicherung und dem Erhalt von Einnahmen dienen. Zur Ermittlung der Steuer können abzugsfähige Werbungskosten von den Einnahmen abgezogen werden. Zu den Werbungskosten bei Einnahmen aus Kapitalvermögen zählen insbesondere die Kontoführungs- und Depotgebühren. Der Werbungskosten-Pauschbetrag und der Sparer-Freibetrag werden zusammengefasst und ab dem 01.01.2009 als Sparer-Pauschbetrag bezeichnet. Der Abzug der tatsächlichen Werbungskosten ist ab dem 01.01.2009 nicht mehr statthaft. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 801 EURO für Ledige. Werden Ehegatten gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt, beträgt der Sparer-Pauschbetrag 1.602 EURO. Betragen die Einkünfte aus Kapitalvermögen im Steuerjahr voraussichtlich nicht mehr als 801 bzw. 1.602 EURO, können Steuerpflichtige bei ihrem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag stellen.

Wertpapiere

Wertpapiere sind Urkunden, die ein privates Recht verbriefen. Hierzu zählen insbesondere Forderungen oder Beteiligungen an Kapitalgesellschaften. Zur Geltendmachung des verbrieften Rechts ist der Besitz der Urkunde erforderlich. Zu den Wertpapieren gehören insbesondere Aktien, Anleihen und Zertifikate. Im deutschen Börsenhandel wurden die Wertpapiere mittels einer sechsstelligen Wertpapierkennnummer ("WKN") klassifiziert. Seit 2003 wurde die WKN durch die International Securities Identification Number ("ISIN")  ersetzt. Die ISIN ist eine zwölfstellige Zahlen-Buchstaben-Kombination, beginnend mit dem Ländercode. DE steht insoweit für Deutschland.

Zerobonds

Zerobonds sind Finanzinnovationen. Zerobonds werden häufig sinngleich als Nullkuponanleihen bezeichnet. Dies resultiert aus der Verkürzung der englischen Bezeichnung "Zero Coupon Bonds". Es handelt sich um eine besondere Form eines verzinslichen Wertpapiers. Es erfolgt keine laufende Zinszahlung ("Kupon"), sondern nur eine Auszahlung am Ende der Laufzeit. Die Einnahmen des Inhabers bestehen sonach aus der Differenz zwischen dem Erwerbs- und dem Rückzahlungsbetrag. Es gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer ist die Differenz zwischen Erwerbs- und Rückzahlungsbetrag immer abgeltungsteuerpflichtig, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Zerobonds erworben wurden.

Zertifikate

Zertifikate sind Wertpapiere, deren Preisbildung auf einer marktabhängigen Bezugsgröße basiert. Bezugsgrößen sind häufig Wertpapiere (Aktien, Anleihen), aber auch Zinssätze, Indices oder Rohstoffe. Rechtlich handelt es sich bei den Zertifikaten um Anleihen. Es besteht somit das Bonitätsrisiko der Emittenten, zumeist Banken. Zertifikate, die weder die Rückzahlung des Kapitals noch Erträge garantieren, werden als "Risikozertifikate" bezeichnet. Wurden diese Risikozertifikate vor dem 15.03.2007 erworben, sind etwaige Veräußerungsgewinne steuerfrei, wenn die zwölfmonatige Behaltefrist nicht unterschritten wurde. Zertifikate, die nach dem 15.03.2007 angeschafft wurden, können steuerfrei nur bis zum 30.06.2009 veräußert werden, falls die zwölfmonatige Behaltefrist eingehalten wurde. Bei Erwerb von Risikozertifikaten ab dem 01.01.2009 unterfallen diese immer der Abgeltungsteuer. Risikozertifikate sind zu unterscheiden von sogenannten "Garantie-Zertifikaten". Diese sind Finanzinnovationen. Der Erwerber erhält am Laufzeitende mindestens sein eingesetztes Kapital zurück. Es gelten steuerliche Sonderregeln. Unabhängig von der Haltedauer sind die Erträge aus Garantie-Zertifikaten immer steuerpflichtig. Auch etwaige Kursgewinne unterfallen immer der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt die Garantie-Zertifikate erworben wurden.

Zinsen

Zinsen sind Entgelte für das über einen bestimmte Zeitraum überlassene Kapital. Zinsen resultieren häufig aus Guthaben bei Geldinstituten (Sparbuch, Festgeld, Girokonto). Zinsen sind abgeltungsteuerpflichtig. Nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags (801 EURO für Ledige, 1.602 EURO für Ehegatten, die gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt werden) unterliegen Zinsen dem Abgeltungsteuersatz in Höhe von 25 %.

Zweitdepot

Ein Depot ist eine Verwahrmöglichkeit für Wertpapiere bei einem Finanzdienstleister gegen Entgelt. Ein zusätzliches Depot ("Zweitdepot") kann aus mannigfaltigen Gründen vorteilhaft sein, zum Beispiel um neu erworbene Wertpapiere von steuerbegünstigten Altbeständen zu trennen. Zu unterscheiden ist das Zweitdepot von einem Unterdepot. Bei Einrichtung eines Zweitdepots vergibt das depotführende Institut eine neue Stammnummer. Bei einem Unterdepot hingegen wird dieses unter derselben Stammnummer geführt wie das Hauptdepot. Mit dem Zweitdepot können zusätzliche Kosten einhergehen, falls das Institut Depots nicht ohnehin kostenfrei führt. Ein Unterdepot ist regelmäßig nicht mit zusätzlichen Kosten verbunden.

Besteuerung nach alter und neuer Rechtslage

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